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Die Befristeten

Was wäre, wenn wir von jeher wüssten, wie lange wir leben werden? Wie würden wir unsere Leben einteilen und gestalten – und wie unsere Beziehungen verändern?

In seinem Anfang der 50er Jahre entstandenen Gedankenspiel "Die Befristeten" geht Elias Canetti diesen Fragen nach. Er führt eine Gesellschaft vor, in der die Namen der Menschen so lauten wie die Anzahl der Jahre, die sie leben werden. Eine zentrale Machtinstanz namens Kapselan kontrolliert und verwaltet das Sterben. Und die Menschen sind heiter – denn Gewissheit über den Tod bedeutet für sie auch ein Ende der Trauer. Nur ein Mann namens Fünfzig beginnt an diesem System zu zweifeln.

Seit der groben Entschlüsselung des menschlichen Genoms 2003 scheint unsere Welt Canettis Dystopie einzuholen: Mittels Genanalyse können heute bereits 250 Erbkrankheits-Risiken erkannt und Lebenserwartungen eingeschätzt werden. Diese wissenschaftlichen Entwicklungen und ihre Anwendungen werfen ethische, politische und persönliche Fragen auf, die genau an jene anschließen, die Canettis Stück stellt.

Gemeinsam mit dem Komponisten Detlev Glanert entsteht ein neues Stück Musiktheater.

Glanert zählt zu den prägenden und erfolgreichsten zeitgenössischen Vertretern seiner Zunft und hat zuletzt mit der Oper "Solaris" (uraufgeführt bei den Bregenzer Festspielen) von sich reden gemacht.

 


Eine Produktion des Residenztheaters in Koproduktion mit der Münchener Biennale. In Kooperation mit Nico and the Navigators.

Kompositionsauftrag der Münchener Biennale und des Residenztheaters.

 

 

Tickets können über das Residenztheater erworben werden.

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