-->

Anaesthesia - Händel with care

Pasticcio-Oper zum 250. Todestag von Georg Friedrich Händel

 

 

Mit ihrer zweiten gemeinsamen Produktion widmen sich NICO AND THE NAVIGATORS und die österreichische Musicbanda Franui dem monumentalen Opern- und Oratorienwerk Georg Friedrich Händels. Die Regisseurin Nicola Hümpel, die Komponisten Andreas Schett und Markus Kraler sowie der Bühnenbildner Oliver Proske entwerfen gemeinsam mit ihren Ensembles eine barocke Fantasie, die das Publikum in gegensätzliche Welten entführt: Anæsthesia ist ein Musik- und Bildertheater, das zwischen rauschhaft betäubender Opulenz und apollinischer Klarheit oszilliert, zwischen den düsteren, wilden Leidenschaften jener Zeit und den Stil prägenden strengen Gesetzmäßigkeiten. Mit Blick aus dem 21. Jahrhundert entdecken die Navigators als singende und tanzende Ganzkörperpoeten das Zeitalter des Barock für sich neu.

 

Anæsthesia offenbart eine sorgsam choreografierte Wunderkammer, die wie ein barocker Fächer in jeder Falte eine andere Sicht der Dinge verborgen hält. Der Abend überrascht mit kleinen und großen Momenten, die zu einem narrativ losen, aber künstlerisch stringenten Stück choreografiert werden – einem Tableau Vivant aus Bildern und Tönen, das 'die Barocke' ironisch gebrochen und hingebungsvoll dramatisch ins Visier nimmt.

 

Die Musik zu Anæsthesia bedient sich des Modells der Pasticcio-Oper, einer barocken Methode, die Händel als Londoner Opern­unternehmer selbst mehrfach anwandte: Wann immer eine Aufführung zu wenige Zuschauer anlockte, orderte er Partituren erfolgreicher Produktionen aus anderen Musikzentren und amalgamierte die Hits daraus mit eigenen Erfolgsstücken zu einer neuen musikalischen Folge, die der Librettist im Nachhinein mit seinen Versen in Einklang bringen musste.

 

In Arien, Chören, Ensembles und Instrumentalstücken aus insgesamt 24 verschiedenen Bühnenwerken begegnen die elf Musiker von Franui dem Oeuvre Händels. Die Komponisten haben sich die historische Steilvorlage angeeignet, bleiben teilweise fast wortwörtlich bei der Händel’schen Vorlage und entfernen sich in anderen Momenten wiederum weit davon. Ihr Verfahren wechselt dabei zwischen kompositorischer Anreicherung und interpretatorischer Komposition. Nicht zuletzt erweitern die Musiker von Franui den Kosmos der Händel'schen Musik durch ihre charakter­istische Klangmischung aus Streichern, Saiteninstrumenten, Holz- und Blechbläsern. Über das im Musikbetrieb gewohnte Probenausmaß hinaus hat die Regisseurin Nicola Hümpel die Sänger für diese Produktion intensiv in die Improvisations- und Körperarbeit mit den Darstellern und Tänzern eingebunden.

 

 

Eine Produktion von Nico and the Navigators und den Händelfestspielen Halle mit dem Neuen Theater Halle sowie mit den Bregenzer Festspielen (Kunst aus der Zeit). In Koproduktion mit dem Grand Théâtre de Luxembourg und den Festwochen Herrenhausen. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes sowie aus Mitteln des Landes Berlin und der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt. Mit der freundlichen Unterstützung des Radialsystem V und des Inteatro Polverigi. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

© 2011-2016 Nico and the Navigators