Die Quadratur des Kreises

...Einzigartig und fragil Die Uraufführung von Detlev Glanerts «Die Befristeten» nach Elias Canettis gleichnamigem Stück von 1958 im Rahmen der jetzigen Biennale hat gezeigt, dass bei derartigen Konzepten die Musik oft zu kurz kommt. Glanert selber nannte dieses Musiktheater ohne Gesang ein Melodram, obwohl eher ein Schauspiel mit Bühnenmusik herausgekommen ist. Es wird sich zeigen, wie Tsangaris und Ott die Münchener Biennale künftig aufstellen werden. Allerdings tragen sie eine gewaltige Verantwortung; denn als Festival für neues Musiktheater ist die Biennale einzigartig und zugleich überaus fragil. In kulturpolitisch schwierigen Zeiten kann die Reihe schnell unter enormen Druck geraten. Zwar wird in München gerne betont, dass man zu dem Festival als Erbe Henzes stehe; dennoch gab es in der Vergangenheit bereits Einschnitte, weshalb Ruzicka verstärkt mit Stadttheatern kooperieren musste – bisweilen zulasten der künstlerischen Qualität. Die Biennale braucht auch Glanz und internationale Relevanz, um sich behaupten zu können. Das garantieren starke Ziehfiguren an der Spitze. Tsangaris und Ott werden überzeugen müssen – zielgenau und schnell. Es steht viel auf dem Spiel.

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