Schubert op scène

Ziel dieses Konzertes: zu zeigen, dass jeder Schuberts Gesangskunst hören kann, egal ob man ein ausgebildeter Kenner ist oder nicht. Die zehn Sänger, Tänzer und Musiker von Nico and the Navigators sangen Schuberts Lieder über das Verirren und Obdachlosenleben, als wären es ihre eigenen Texte. Ein paar gut platzierte Kameras folgen jeder ihrer Bewegungen. Auf dem großen, rollbaren Bildschirm gab es also keine zusätzlichen Effekte, sondern nur Musik selbst zu machen. Die lustigsten Funde? Und so sahen Sie hautnah, wie der Pianist Matan Porat mit dem Bariton Nikolay Borchev nickte, um "Standchen" zu benutzen, oder wie der Tänzer Yui Kawaguchi bei den traurigsten von Schuberts Liedern ein verdrehtes Becken zog. Schubert war manchmal dabei, seinen Willen lustig zu gestalten. Zum Beispiel in'Der Müller und der Bach'. Während Tenor Ted Schmitz den Lobgesang auf seinen Liebesschmied sang, wurde ihm ein verrückter Lapdance geschenkt. Eine Tänzerin streichelte ihn mit den Füßen, lag wie ein Schmetterling auf seinem Schoß und so zitierte Schmitz immer wieder Schuberts erhabene Melancholie: "Ja, ja," er ermutigte sie dann. Widerspruchsinhalt? Solche kleinen raffinierten Eingriffe verankern Schuberts Romantik fest in der Realität. Sie beschränken sich nicht auf den visuellen Bereich, sondern berührten auch die Musik selbst. Das Klavier wurde manchmal gegen eine E-Gitarre ausgetauscht und Sänger mit der "falschen" Stimme (Sarah Laulans schwerer Alt passt besser zu Wagner) verlagerten Kabarett und arabisches Klagen zwischen Schuberts Strophen. Doch es bleibt ein Schubert Konzert, es wird keine Note aus den Liedern entfernt. Nur sind die Lieder keine unantastbaren Kunstwerke, sie werden gelebt und benutzt.

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