Chaconne

Chaconne ist das vierte Stück der Duo-Reihe „Die Stadt im Klavier“ von Yui Kawaguchi & Aki Takase. Produziert von Nico and the Navigators.

Chaconne

Yui Kawaguchi & Aki Takase – Die Stadt im Klavier IV

 

Die Tänzerin und markante Navigator-Darstellerin Yui Kawaguchi und die große Jazz-Pianistin Aki Takase setzen ihre erfolgreiche Duo-Serie fort. Bereits dreimal begegneten sich die Japanerinnen auf der Bühne und kreierten die StückeKanon (2007), Forte (2008) und Tarantella (2009). Mit Chaconne präsentieren sie ihre vierte Zusammenarbeit. 

 

Inspiriert durch die sinnliche Langsamkeit der Chaconne durchleuchten sie diese alte Form mit vielschichtigen Farbkontrasten und Taktwechseln neu und entfalten sie innerhalb einer poetischen Installation. Die Bildende Künstlerin Kazue Taguchi taucht den Theaterraum eigens für dieses Stück in ein Meer aus Lichtreflexen.

 

Chaconne wird von NICO AND THE NAVIGATORS im Rahmen ihrer inszenierten Konzertreihe KlangZuGang produziert, die in kleineren Projekten den Dialog zwischen Musikern und Darstellern erforscht. Mit dem einzigartigen Zwiegespräch zwischen Yui Kawaguchi und der weltweit tourenden Aki Takase wird KlangZuGang eröffnet.

 

Produziert im Rahmen der inszenierten Konzertreihe KlangZuGang, für die NICO AND THE NAVIGATORS mit einer dreijährigen Konzeptionsförderung aus Mitteln des Bundes durch den Fonds Darstellende Künste unterstützt werden. In Koproduktion mit Sophiensæle. Unterstützt von und produziert im Dock 11 Eden*****. Anerkannte Veranstaltung 150 Jahre Deutschland-Japan 2011. Mit herzlichem Dank an Yamaha und die PianoGalerie Berlin.

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Termine

Pressestimmen

Moni Brüggeller / Kronen Zeitung

…Was für ein Auftakt des Osterfestivals! Aki Takase am Klavier und die Tänzerin Yui Kawaguchi faszinieren als „Architektinnen“: Ihre Kreation ist eine fiktive Stadt, die in der Symbiose von Klang & Bewegung neue Räume erschließt und erfahrbar macht. Faszinierend!…

Moni Brüggeller / Kronen Zeitung

Fesselnder Auftakt des Osterfestivals in Hall mit „Chaconne“ Was für ein Auftakt des Osterfestivals der Galerie St. Barbara! Aki Takase am Klavier und die Tänzerin Yui Kawaguchi faszinieren als „Architektinnen“: Ihre Kreation ist eine fiktive Stadt, die in der Symbiose von Klang & Bewegung neue Räume erschließt und erfahrbar macht. Faszinierend! Musik spielt beim Tanz immer eine wesentliche Rolle. Aber trotzdem liegt der Fokus meist doch beim Tanz. Die Musik ist untergeordnet. Nicht so bei Aki Takase und Yui Kawaguchi. Die beiden japanischen Ausnhamekünstlerinnen kreieren Klang in Bewegung. Es ist der Klang einer Stadt. Das Motto des Abends - „Chaconne - Die Stadt im Klavier“ - ist Programm. Aus dem Nichts erhebt sie sich, diese Stadt. Das Nichts sind die Klänge. Wie an einem Reißbrett entstehen sie. Das Reißbrett ist das Klavier. Die Architektin ist Aki Takase. Die Stadt ist nicht nur hörbar. Sie wird auch immer mehr sichtbar. Sie wird immer mehr spürbar. Die Interaktion zwischen Urbanität und Bewegung, Klang und Bewegung steht im Mittelpunkt. Aki Takase gibt am Klavier die Richtung vor. Sie ist die Raumplanerin. Die Tänzerin Yui Kawaguchi wandelt durch ihren Stadtplan. Sie ist Besucherin. Sie geht auf Erkundungsreise. Sie gibt der Musik die Form. Sie gibt den Klängen eine Struktur. Die Stadt, die da aus dem Nichts entsteht, ist eine Stadt, die auf Bekanntem aufbaut. Aus dem Bekannten heraus entwickelt sich Neues, Unbekanntes. Vertrautes weist in die Zukunft. Die Stadt von Aki Takase und Yui Kawaguchi hat viele Gesichter. Sie ist laut, sie ist schnell. Sie ist leise, sie ist langsam. Nie ist sie langweilig. Immer ist sie temporeich - auch wenn sich Yui Kawaguchi ganz langsam fast meditativ bewegt. Das Licht wird zum dritten Akteur. Das Licht in allen Facetten. Licht und Schatten schaffen einen zusätzlichen Raum auf einer anderen Ebene. Die Ebene der Imagination. Aki Takase und Yui Kawaguhci sind fordernd und vielleicht gerade deshalb so faszinierend.

Alexander Attia / regiomusik.de

…Hier schwingen die Saiten im Körper des Flügels, dort klingt die Tänzerin im Raum. Tanzt sie die Musik, oder tanzt die Musik die Tänzerin? Schnell klärt die Schönheit des Entstehenden, dass die Frage nicht beantwortet werden muss, um diese Intensität leuchten zu lassen. Oratorische Konzentration im E-Werk…

Alexander Attia / regiomusik.de

Aus dem Dunklen beginnt es zu leuchten, tastend, anfänglich scheue Klänge. Bachs Chaconne noch ganz nah, die weichen singenden Linien. Die begleitende Kontrapunktik schmeckt das Freie vor. Aki Takase, ganz in rot öffnet den Raum. Kawaguchi in analogem pianissimo der Bewegung antwortet gegenüber, in schwarz. Das gemeinsame Spiel beginnt. Hier schwingen die Saiten im Körper des Flügels, dort klingt die Tänzerin im Raum. Die Beziehung überwindet den Raum mühelos, als wären da zwei Extremitäten eines Körpers sicht- und hörbar. Oratorische Konzentration im E-Werk. Die Musik führt, sichtbar. Yui Kawaguchi ist der Musik ausgeliefert, hingegeben. Ihr gelingt es sich tanzen zu lassen, in synaptischer Echtzeit zu Akis Spiel kann sie einzelne Felder ihres Körpers so tanzen, als wären diese autonom, vom Fuß übers Knie zum Auge, in die elektrifizierten Fingerspitzen. Ihr Tanz sprüht hell. Tanzt sie die Musik, oder tanzt die Musik die Tänzerin? Schnell klärt die Schönheit des Entstehenden, dass die Frage nicht beantwortet werden muss, um diese Intensität leuchten zu lassen. Takase spielt einen weit atmenden, organisch wie aus sich selbst wachsenden Spannungsbogen, zieht sanft an und hält den konzentrierten Tonus den ganzen Abend. Diese Grundspannung trägt über heißeste clusterklippen und lässt sich auch von externen Irritationen nicht aus der Fassung bringen, etwa, wenn Yui kurz eine spielerische Schlinge anlegt, oder aus dem unsichtbaren neckt. Mit dem Auftauchen der flirrenden, fließenden Lichtreflexe aus den transparenten Skulpturen Kazue Taguchis, die ein bewegtes allover über den Raum legen vervollständigt sich ein medialer Dreiklang. Kawaguchis Tanz erobert und konfiguriert den Raum neu, schneidet die Ebenen, bündelt die Energie, da ist sie, die Stadt im Klavier. Im imaginären Nachvollzug der Bewegung entsteht die Karte. Nach gelungener Kontaktaufnahme zur Meisterin der Klänge beginnt sie zu zeichnen. Aus dünnen hellen Fadenlinien entsteht ein weites Netz, spinnt den Bühnenraum lose ein, ein deutbarer Aufriss einer phantastischen Stadt. Sie nimmt dessen Anfang zärtlich aus dem geöffneten Flügel und erweitert das Spannungsgefüge um ein drittes Schwingen. In explosiven Mikrofiguren blitzt das Temperament der Spielerinnen, hier im Feurigen treffen sie sich. Takases heiße Gewitter, irrlichternde Läufe und Yuis Rasanz sind verwandt in ihrer Präzision. Die lässt die Schönheit der gemeinsam geschaffenen dritten, immer einzigartigen Qualität der Improvisation blühen. Die Hitze entlud sich nochmal mit Humor in einer leichtfüßig komischen Zugabe, die silberne Blüten aus dem Flügelinnern wachsen ließ. Gebannt und verzaubert von einem kurzen Traum von Kommunikation begann der Applaus sich zaghaft nur zu erheben.

Annette Hoffmann / Badische Zeitung

…Yui Kawaguchi ist eine Ausnahmetänzerin. Sie vertanzt die Komposition Aki Takases in fließende Bewegungen, (…) setzt nicht nur sich selbst, sondern auch den Raum als Resonanzkörper der Musik ein. (…) sie bauen Räume, strukturieren sie, machen sie sichtbar…

Annette Hoffmann / Badische Zeitung

Über den seltsam verkürzten Schatten der Pianistin Aki Takase und ihres Instruments legt sich die Silhouette Yui Kawaguchis. Etwas weiter rechts hat sich der schlangenförmige Arm der Tänzerin auf der Bühnenwand verselbstständigt. Den komplexen Raum von Klang, Installation und Bewegung, den die japanischen Künstlerinnen schaffen, übersetzt der Schattenwurf für einen Moment in fragmentierte Flächen. Fast scheint es, hier zeigte sich die Skyline dieses Abends. "Chaconne – Die Stadt im Klavier IV" beginnt damit, dass sich die Jazzmusikerin in rotem bodenlangem Satinkleid umständlich ans Klavier setzt und den Besucher des 18. Internationalen Tanzfestivals Freiburg im E-Werk auf eine Nachtfahrt mitnimmt. Die Lichtprojektionen auf den Wänden könnten von Autoscheinwerfern auf regennasser Fahrbahn stammen und sind doch die Reflexionen des Mobiles aus aufgefädelten silberfarbenen Rahmen (Kazue Taguchi). Und dann betritt auch Yui Kawaguchi in kurzen schwarzen Hosen und einem raffiniert geschnürten Kapuzenoberteil (Kostüm: Frauke Ritter) die Bühne. Sanft tastend stellt sie sich auf die perlenden Klavierklänge ein, auf Zehenspitzen winkelt sie die Arme an, verlagert ihr Gewicht nach hinten, dann greifen ihre Arme aus. Es scheint, als führe jedes ihrer Körperteile ein Eigenleben. Yui Kawaguchi ist eine Ausnahmetänzerin. Sie vertanzt die Komposition Aki Takases in fließende Bewegungen, übersetzt klassische Ballettfiguren ins Zeitgenössische; so fällt sie immer mal wieder in den Spagat und führt zugleich einen anmutig dysfunktionalen Körper vor. "Chaconne – Die Stadt im Klavier IV" könnte einer jener kunstsinnigen Abende sein, die raunend ihren eigenen Avantgardeanspruch behaupten. Es ist nicht allein die Selbstverständlichkeit des Zusammenspiels – nicht zum ersten Mal nehmen sich die beiden einen traditionellen Tanz wie die Chaconne vor –, dass dieses Etikett nicht haften will. Es ist auch der mädchenhafte Witz Yui Kawaguchis, der dieser Chaconne einen anderen Ton gibt. Die in Berlin lebende Tänzerin streckt wie ein Kobold die Zunge heraus, so dass sie ihr fast auf die Hand zu springen scheint, hüpft wie ein Frosch, setzt ihren Körper als Schattenspiel ein und tanzt Charleston. Einmal lehnt sie sich an die rückwärtige Front der Sprossenfenster und sofort glaubt man, eine Szene aus einem expressionistischen Film vor sich zu sehen. Dann schlägt sie auf die großen Lüftungsrohre und setzt nicht nur sich selbst, sondern auch den Raum als Resonanzkörper der Musik ein. Aki Takase und Yui Kawaguchi erzählen nicht vom Leben in den Städten, sie bauen Räume, strukturieren sie, machen sie sichtbar. Etwa wenn Yui Kawaguchi einen Faden abspult und ihn zu einem weit reichenden Netz vertäut, dessen Ende so gespannt ist, dass es ihr als eine Art Ballettstange dient. Oder wenn Aki Takase die silbernen Rahmen auf die Klaviersaiten wirft, dass sie aufspringen und ihr Spiel mit Misstönen akzentuieren. Bei einer der Zugaben steckt Yui Kawaguchi eine Blume aus Draht ins Klavier, eine andere legt sie ihrer Partnerin wie eine Schlinge um den Hals. Reibung kann durchaus eine Qualität sein.

Thomas Burckhard / Märkische Oderzeitung

…Die japanische Tänzerin Yui Kawaguchi ließ sich von fantasievollen Klavierklängen in eine utopische Stadt entführen, setzte sich der fremden Kraft mit all ihrer Dynamik und Dramatik aus. Dem Betrachter offenbarte sich die Sehnsucht, Hingabe und das Ausgeliefertsein der Künstlerin an die tonal gezeichnete Vision des Pianofortes…

Thomas Burckhard / Märkische Oderzeitung

Eberswalde. Eine ganze Stadt im Klavier konnten die mehr als einhundert Besucher am vergangenen Freitag bei der Fortsetzung des 17. Festivals Jazz in E. erleben. Die japanische Tänzerin Yui Kawaguchi ließ sich von fantasievollen Klavierklängen in eine utopische Stadt entführen, setzte sich der fremden Kraft mit all ihrer Dynamik und Dramatik aus. Dem Betrachter offenbarte sich die Sehnsucht, Hingabe und das Ausgeliefertsein der Künstlerin an die tonal gezeichnete Vision des Pianofortes. Pianistin Aki Takase, wie Yui Kawaguchi aus Japan, verlieh der Intonation Überzeugungskraft und Farbe und ließ die Zuschauer am inneren Konflikt der Tänzerin, am Widerspiel von Hingezogenheit und Abstoßung teilhaben. Dezent gesetzte Lichteffekte verstärkten den Eindruck und harmonisierten zugleich wohltuend. Das Publikum folgte gern der Reise und dankte mit anhaltendem Applaus. Drei teils swingende Zugaben waren der Lohn.

Katja Grawinkel-Claassen / Schönschrift Blog

…eine nächtlich poetische Stadt aus Gegenständen, Geräuschen, Körpern, Bewegung, Veränderung, Licht… Kawaguchis Körper fügt sich in die Klangkulisse, Takases Verausgabungen an den Tasten ergänzen die Choreografie. Eine überflutende Lichtinstallation erschafft aus einfachsten Mitteln immer wieder neue skurrile Formen und zaubert den beiden hin und wieder Spielgefährten aus Licht und Schatten an die Wände…

Katja Grawinkel-Claassen / Schönschrift Blog

Gegenstände in Bewegung erzeugen Geräusche. Die Klaviersaite ist das einleuchtendste Beispiel. Menschliche Körper unterscheiden sich in diesem Punkt nur wenig von anderen Gegenständen. Nur dass man ihre Schwingungen eher als Tanz bezeichnet, denn als Musik, und wenn sie musizieren, tritt die Bewegung in den Schatten des Instruments. Wie viel solchen Kategorisierungen entgeht, wie wenig die Musik nur den Tanz begleitet und wie musikalisch ein Körper in Bewegung ist, das zeigen Yui Kawaguchi und Aki Takase in „Chaconne“. Gesehen in den Berliner Sophiensaelen. Der Raum, den Kazue Taguchi für dieses Stückchen nur mit einem Flügel, ein paar Glitzerdingern und vielen kleinen Lichtquellen ausgestattet hat, führt eine weitere physikalische Binsenweisheit vor Augen: Gegenstände im Licht erzeugen Reflexionen. Manche weniger, manche mehr. Und Letztere, wenn man sie auch noch schwingen (also klingen) lässt, erschaffen einen ständig sich wandelnden, multidimensionalen Raum, der mehr als eine Bühne ist. Eine ganze Stadt aus Gegenständen und Geräuschen, Körpern, Bewegung, Veränderung, Licht. „Stadt im Klavier“ heißt es passend im Untertitel. Diese Stadt bevölkern die beiden japanischen Performerinnen zunächst ganz behutsam. Fast wie in Zeitlupe lotet jede die Möglichkeiten aus, die der eigene Körper bietet, um den Raum zu füllen. Hier ein paar Töne aus dem Bauch des Klaviers, dort ein vorsichtiger Schritt ins Licht, eine Drehung um die eigene Achse. Gelenktest. Kontaktaufnahme. Die virtuose Pianistin Takase fasst schneller Fuß, verbündet sich mit den Tasten und fordert ihr Instrument heraus, indem sie an Saiten zupft, sie mit Gegenständen präpariert und dem Klavier dabei ganz ungewohnte Klänge entlockt. Kawaguchi stakst derweil wie ferngesteuert. Es scheint nicht ihr Körper zu sein, der aktiv tanzt, vielmehr ist es etwas anderes, das ihn bewegt und ihr zustößt. Etwas wie ein Schluckauf, das raus will und sie daher in immer größeren Bahnen über die Bühne wirft. Sie gibt sich diesem Etwas mit der ihr eigenen Komik hin und macht sich zu eigen, was es ihr vorzuschreiben scheint. Ein bisschen Stepptanz, ein bisschen Schuhplattler, ein Paar Schuhe findet den Weg an ihre Füße, schließlich tanzt alles an ihr – bis hin zu den Augäpfeln und Haarspitzen. Das Klatschen auf Kawaguchis Körper, ihre Füße auf dem Boden und ihr Atem fügen sich in die Klangkulisse. Takases Verausgabungen an den Tasten ergänzen die Choreografie. Die Lichtinstallation, die in schönster ZERO-Tradition aus den einfachsten Mitteln immer wieder neue skurrile Formen erschafft, zaubert den beiden hin und wieder Spielgefährten aus Licht und Schatten an die Wände. Das Publikum ist von Anfang an durch das alles überflutende Lichtkonzept mit dem Geschehen im Raum verbunden. Buchstäblich verknüpft wird es noch, als Kawaguchi eine Leine knotet, von der Klaviersaite, um ein Stuhlbein, eine Säule im Raum und – natürlich – den eigenen Leib, bis sich ein Netz durch den Raum spannt, das im Licht schimmert und schwingt, wie die Klaviersaiten. Oder wie die Stromversorgungsleitung einer nächtlich poetischen Stadt.

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