Obwohl ich Dich kenne

Intelligente Feinde und bessere Hälften: In ihrem Stück über die Freundschaft erzählen vier Navigators von selbst erwählten Zwangsbeziehungen und freundschaftlichen Verschwörungen. Von einer Violine und einem Piano begleitet, legen sie mit Ironie, Witz und dem Blick auf kleine Katastrophen wieder einmal ihre Finger in die Wunden der Zeit.

Obwohl ich Dich kenne

Intelligente Feinde und bessere Hälften

 

In ihrem Stück über die Freundschaft erzählen NICO AND THE NAVIGATORS von selbst erwählten Zwangsbeziehungen und freundschaftlichen Verschwörungen. Mit Trotz und dem Blick auf kleine Katastrophen legen sie auch hier wieder ihre Finger in die Wunden der Zeit. Von einer Violine und einem Keyboard begleitet, betreiben vier Charaktere aus vier Nationen (Deutschland, England, Japan, Italien) einen unentwegten Kampf, das Interesse der Anderen zu wecken oder lebendig zu halten. Der Recherche dienten unter anderem die Briefwechsel zwischen Friedrich Nietzscheund Richard Wagner sowie zwischen Schiller und Goethe.

 

Vieles auf der Welt kommt zusammen, aber selten die richtigen Paare. Was passiert also wenn Individuen – etwa für einen höheren Zweck – unfreiwillig aufeinander prallen, um für eine gemeinsame Sache zu kämpfen? Welche Auswirkungen zeigen sich, wenn diese Menschenkonstellationen am Ende tatsächlich Großes bewegen? Wann lebt Freundschaft vom gemeinsamen Schaffen und was passiert, wenn das Schaffen ausbleibt? Welche Spielregeln eignen sich die jeweiligen Partner zu welchen Zwecken an? Wie entstehen die Momente des sprachlos geteilten Glücks? Kann Gerechtigkeit ohne Liebe zur Härte werden und was wäre Verehrung ohne Zuneigung? Ist man am Ende mit einem intelligenten Feind besser dran als mit einem stupiden Freund? 

 

Das im Jahr 2008 uraufgeführte Stück war vorerst ein letztes Kleinod, das die Gruppe auf Tour durch Europa schickte, bevor 2009 mit Anæsthesia – samt Orchester und Gesang auf der Opernbühne – der nächste Schritt folgte.

 

Eine Produktion von NICO AND THE NAVIGATORS und Kampnagel, Hamburg – 2007/2008. In Koproduktion mit dem Internationalen Figurentheater Festival Erlangen, dem Festival de Marseille, dem Grand Theatre Groningen und dem Inteatro-Festival Polverigi. Gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, des Fonds Darstellende Künste e.V. und der Rusch-Stiftung.

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Pressestimmen

Hartmut Krug / Deutschlandradio

…Der Abend regt an, beschwingt und hakt sich mit seinen Assoziationsangeboten im Zuschauer fest. Weil Regisseurin Nicola Hümpel ihn mit ihren so unerhört präsenten Darstellern in eine poetisch schwebende Form zwischen Deutlichkeit und Mehrdeutigkeit bringt…

Hartmut Krug / Deutschlandradio

Nico and the Navigators musiktheatralisches Gesamtkunstwerk auf Kampnagel Zwei Männer stürzen mit begeistertem Schwung auf die Bühne. Der eine rast bäuchlings auf einem Rollbrett, während der andere um ihn herum springt und ihm mal seine helfende Hand zur Stabilisierung oder Beschleunigung reicht, mal ihn zu jagen scheint. Bis die leidenschaftlich bewegte Annäherung zu einem schlimmen Ende kommt: Die Hand, die die beiden eben noch im Schwung zur Gemeinsamkeit antrieb und eine Beziehung zusammenhielt, wird plötzlich absichtlich zurückgezogen, und der auf dem Rollbrett Schwebende poltert auf den Boden. Gleich dies erste, sprachlos bewegungsstarke Bild versinnlicht, worum es der Freien Gruppe Nico and the Navigators in ihrer neuen Arbeit geht: um die Ausstellung von Selbstdarstellungen und Kontaktversuchen. Sie werden in immer neuen, assoziativen Szenen auf der Bühne vor- und durchgespielt. Wie immer sehen wir bei dieser aus der bildenden Kunst kommenden Truppe kein lineares Erzähltheater, sondern ein offenes Bildertheater aus Bewegung, Musik, Artistik, wenig Worten und manch tieferer Bedeutung. Ein Kontakthof für Freund-Feindschaften Vier Darsteller und zwei auf doppelte Weise mitspielende Musiker zeigen uns, wie sich Menschen darstellen können, wie sie posieren und sich voreinander positionieren, und wie sie dabei immer sowohl sich selbst wie den/die anderen beobachten. Die Bühne: eine offene Szene, ein Kontakthof. Dessen Wände aus Presspappe beweglich und dehnbar sind. Das genial einfache wie sinnlich mitspielende Bühnenbild von Oliver Proske unterstützt die Performer in ihren Auftritten, gibt ihnen Raum oder umschließt sie, bietet kleine Versteck-Türme zu selbstgewählter Vereinzelung und zu heimlicher Beobachtung, und es öffnet sich auf unterschiedlichste Weise für Annäherungen, Abwendungen und theatralisch-emotionale Auftritte der Figuren. Wer will oder den Programmzettel gelesen hat, kann bei "Obwohl ich dich kenne. Intelligente Feinde und bessere Hälften – ein Stück über die Freundschaft" Texte von oder Bezüge zu literarischen Freund-Feindschaften entdecken. Vor allem von Wagner und Nietzsche (weshalb zwei Männer, das für den Tiefenpsychologisierer, gelegentlich Röcke über ihren Hosen tragen und einer von ihren eine Frauenhandtasche trägt). Aber auch von Schiller und Goethe, von Hesse und Thomas Mann. Aber das ist, wie überhaupt die Sprache, ob Deutsch, Englisch oder Schweizerisch, bei dieser szenischen Collage nicht sonderlich wichtig. Zwischen Zu- und Abwendung Sprüche und Zitate sind nur Widerhaken in einem Theater der assoziativen Andeutungen und Verdeutlichungen. "Wir mochten uns, obwohl wir uns kannten", heißt es da, und "Ich werde Dir nie glauben, weil Du immer die Wahrheit sagst", oder "Du warst beschäftigt mit der Welt, ich mit mir selbst". Doch im schauspielerischen Bild, bei dem im körperlichen Hin und Weg auch der Kampf zwischen Zu- und -Abwendung mit-, für- und gegeneinander deutlich wird, steckt mehr, als die sprachlichen Pointen vermitteln. Was wir sehen, ist durchaus gut zu verstehen. Zwar nicht immer sofort und völlig, aber es fasziniert in seiner Kombination aus Musikalität, Artistik und Eleganz. Der Abend regt an, beschwingt und hakt sich mit seinen Assoziationsangeboten im Zuschauer fest. Weil Regisseurin Nicola Hümpel ihn mit ihren so unerhört präsenten Darstellern in eine poetisch schwebende Form zwischen Deutlichkeit und Mehrdeutigkeit bringt. Hier werden lauter Selbstvorstellungen als theatralische Auftritte präsentiert und variiert: Die Auftritte sind Existenzvergewisserungen und –beweise, die im Streit oder Desaster enden, von der selbstverständlich einverständigen Freundschaftlichkeit in die (zeitlupenhafte) Prügelei münden können. Jeder setzt sich dabei unentwegt in Szene: Es sind eben Künstler, voreinander, im Selbstdarstellungszwang. Die Poesie der Komik Hervorgezogen unter einem großen Tuch, inszenieren sie in zeitloser Theaterkleidung historische Auftritte. Hinreißend, wie Miyoko Urayama zur Musik aus Carmen wie eine Stierkämpferin sich und ihren Körper den Männern witzig und selbstironisch vorführt, herrlich beiläufig, wie Adrian Gilot als in sich konzentrierter Engländer mit seinem Album voller Visitenkarten immer aufs neue sich vorzustellen sucht, und wunderbar, wie die von Martin Clausen und Oliver Zgorelec gespielten Freundespaare in wechselnden Zuständen am, unter und auf einem Tisch nur schwer zueinander finden. Erst trauen sie sich nicht, einer versteckt sich unterm Tisch, aber dann kommt man von gegenseitiger sprachlicher Aufmunterung im lauten Lied zusammen. So finden sich im poetischen Bild immer wieder Komik und tiefere Bedeutung unangestrengt zusammen. Sabine Akiko Ahrendt und Thomas Bloch-Bonhoff steuern mit Geige, Ziehharmonika und Keyboards einen Sound bei, der den Abend zu einem kleinen musiktheatralischen Gesamtkunstwerk werden lässt. Dieser Abend ist eine theatralische Entdeckung. Mit Schauspielern, die zugleich Tänzer, Komiker und Bewegungs-, aber nicht Bedeutungsspieler sind. Sie zeigen Menschen, die sich inszenieren, sich in wechselnden Situationsbildern anderen vorführen, um zu zeigen, wie sie sind oder sein und scheinen wollen. Ein 70minütiger, kleiner großer Abend. Unterhaltsam und poetisch. Das Publikum war es sehr zufrieden.

Massimo Marino / Corriere della Sera Bologna

…existentielles Kabarett, das sprachlos lächelt…

Massimo Marino / Corriere della Sera Bologna

Wie in einem Karussell tanzen Nico and the Navigators die Harmonien und Dissonanzen der Freundschaft mit ironisch verfremdeter und scharfer deutscher Distanz. Drei Männer und eine Frau, ein Italiener, ein Deutscher, ein Brite und eine Japanerin. Eine barfüßige Violinistin mit langem Rock und langem Haar wiegt uns in nordisch anmutende Tanzrhythmen, die an Strawinski erinnern. Ein junger Mann begleitet sie mit elektronischen und akustischen Klavierklängen. "Obwohl ich dich kenne" könnte eine moderne Version von Schnitzlers „Reigen“ in der Verfilmung von Ophüls sein. In Stück und Film ging es um aufeinanderfolgende Liebesverbindungen lebensechter Personen; hier sind es Verstrickungen von Freundschaften, in denen sich menschliche Figuren im Widerhall der Gefühle, Verletzungen und verborgenen Gedanken auflösen. Dieses Echo erklingt in den Zwischenräumen einer Freundschaftsbeziehung, die per Definition zu nichts verpflichtet, doch jeden radikal mit sich reißt. In den zerrissenen Dialogen, die sich im Tanz entzünden – das Kreisen in einem Wagen, die Entkleidung unter einem Tuch, der überraschende Auftritt einer Frau, die weiße Visitenkarten verteilt (und ganz "gewöhnlich" ohne künstliche Meisterschaft tanzt) – erkennt man Zitate aus berühmten Briefwechseln wieder, etwa zwischen Goethe und Schiller, Nietzsche und Wagner, Hesse und Mann und aus anderen Gewässern der deutschen Literatur, die reich an derlei Plankton sind. In manchen Momenten scheint es, als würde man in den offenbar unvollendeten Wortwechseln, in der verzweifelten Suche nach einer Präsenz auf die zerbrechlichen Akteure aus Éric Rohmers Filmen stoßen. Das Bühnenbild ist in braun gehalten: Eine Mauer umschließt diese kleinen Geschichten, diese Fragen in eine Leere wie wir sie alle kennen, diese Ironie, die, um nicht zu verletzen, ins Gewandt eines Reisenden aus vergangenen Jahrhunderten gekleidet ist, ähnlich den Röcken alter Zeiten, die wir in unseren nostalgischen Tagen tragen. Im Grunde sind wir in dem alten Teufelskreis gefangen, den schon das barocke Theater erzählte: Helena liebt Demetrius, der Hermia liebt, die ihn wiederliebt aber von Lysander geliebt wird. Hier haben die Protagonisten keine Namen: Sie heißen A, B, C, D und das Gefühl in diesem Spiel ist eine heuchelnde, enttäuschende, überraschende, vorgaukelnde und verräterische Freundschaft voller Hintergedanken. "Ich werde Dir nie trauen, weil Du immer nur die Wahrheit sagst." Sätze, Gefühlsfragmente. Unerwartete Handlungen, Scheingefechte, verlassene Personen, plötzliches Erscheinen von Geigen an einer Wand, die zu leben beginnt, sich spaltet und wieder schließt. Wir befinden uns in einem existentiellen Kabarett, das sprachlos lächelt und europäische Luft nach Bologna trägt. Dank an das Teatri di Vita: Es erweist sich, auch in Zeiten knapper Kassen, als ein Raum, in dem Kino, Theater, Musik und Gedanken uns zu unseren eigenen Unruhen befragen.

/ Nürnberger Nachrichten

…Geschlossene Begeisterung herrscht nach der Aufführung von «Nico & the Navigators». Im Redoutensaal gibt es viel Applaus für dieses tempo- und bilderreiche Stück…

/ Nürnberger Nachrichten

ERLANGEN - Vier Menschen buhlen um die Gunst des anderen. Mal zart, mal aggressiv. «Obwohl ich Dich kenne« - der Titel des neuen Stücks von Nico and the Navigators deutet in Erlangen an, wie kompliziert das Miteinander sein kann. «A mag B, aber B will nichts davon wissen. Vielleicht hätte A doch mit D weggehen sollen.« Auf einer schlichten, aber variablen Bühne setzt sich ein von zwei Musikern begleitetes Quartett mal mit poetischen Bildern, mal wortgewaltig mit zwischenmenschlichen Problemen auseinander. Die Texte stammen aus Briefwechseln zwischen den Freundespaaren Schiller und Goethe, Wagner und Nietzsche, Thomas Mann und Hermann Hesse. Manchmal wird aber auch wunderbar improvisiert, wenn etwa das Ringen nach den passenden Worten dargestellt wird. Schließlich landet das mehrsprachige Team fast im poltesken Kabarett. Trotz des Zappens zwischen den Darstellungsformen ist es in diesem unterhaltsamen, temporeichen Stück aber meilenweit von der Beliebigkeit entfernt! ...Geschlossene Begeisterung herrscht nach der Aufführung von «Nico & the Navigators». Im Redoutensaal gibt es viel Applaus für dieses tempo- und bilderreiche Stück...

Ulrike Borowczyk / Berliner Morgenpost

..Annäherung, aber auch Zurückweisung kann witzig, schmerzhaft, fantasievoll und anrührend sein. In der Produktion „Obwohl ich Dich kenne“ in den Sophiensälen dekliniert das Ensemble Nico and the Navigators in der Regie von Nicola Hümpel viele Formen von Freund- und Feindschaft durch… Die wechselnden Bilder des poetisch-musikalischen Bewegungstheaters sprechen aber alle Sinne an und faszinieren bis zur letzten Sekunde…

Ulrike Borowczyk / Berliner Morgenpost

Gerade noch jagten die beiden Männer auf einem Rollbrett glücklich lachend über die Spielfläche, bis einer von ihnen dem anderen den Rückhalt verweigert hat. Nun verharren sie statuarisch unter einem Tuch und lassen sich von einem distinguierten Engländer betrachten. - Der vergleicht sie mit einer Henry-Moore-Skulptur, möchte ihnen aber trotzdem seine Visitenkarten aufdrängen. Dabei wird er von einer tanzenden Asiatin unterbrochen: Die drei Männer starren sie zunächst konsterniert an, bis einer von ihnen in Ohnmacht fällt. Der Engländer steckt der bezaubernden Schönen währenddessen seine Karte zu. Annäherung, aber auch Zurückweisung kann witzig, schmerzhaft, fantasievoll und anrührend sein. In der Produktion "Obwohl ich Dich kenne" in den Sophiensälen dekliniert das Ensemble Nico and the Navigators in der Regie von Nicola Hümpel viele Formen von Freund- und Feindschaft durch. Das biegsame, rasch wandelbare Bühnenbild aus Presspappe von Oliver Proske gibt den vier Darstellern die Möglichkeit, sich je nach Bedürfnis unterschiedlichste Räume zu schaffen. Martin Clausen, Adrian Gillott, Alberto Spagone und Miyoko Urayama zitieren immer wieder in verschiedensten Sprachen Nietzsche, Wagner, Goethe und Schiller. Das gesprochene Wort ist jedoch weit weniger wichtig als die Zwiesprache der Künstler mit der Musik, die ihre Bewegungen lenkt. Violinistin Sabine Akiko Ahrendt und Thomas Bloch-Bonhoff am Keyboard sind mit ihren zarten, bizarren, aufwühlenden Klängen Teil des Geschehens. Nicht immer begreift man, was da auf der Spielfläche passiert. Die wechselnden Bilder des poetisch-musikalischen Bewegungstheaters sprechen aber alle Sinne an und faszinieren bis zur letzten Sekunde.

Claudia Provvedini / Corriere della Sera

…’Obwohl ich Dich kenne‘ stellt die Schwierigkeiten der Freundschaft in den Mittelpunkt und die Leiden, die es kostet, sie zu erhalten. Etwas sehr subtiles und tiefgründiges verbindet unser zaghaftes Miteinander, bis hin zu dem Problem eine oberflächliche Bekanntschaft zu schließen…

Claudia Provvedini / Corriere della Sera

...Nico and the Navigators', eine preisgekrönte Berliner Gruppe (Familienrat 2004) zeigt, wie die Körpersprache - viel besser als die gesprochene - Gefühle und Gedanken zu übertragen vermag. 'Obwohl ich Dich kenne' stellt die Schwierigkeiten der Freundschaft in den Mittelpunkt und die Leiden, die es kostet, sie zu erhalten. Etwas sehr subtiles und tiefgründiges verbindet unser zaghaftes Miteinander, bis hin zu dem Problem eine oberflächliche Bekanntschaft zu schließen... Die japanische Schauspielerin, die wie eine Libelle von einem Navigator zum nächsten tanzt und Bonbons ins Publikum wirft, stellt von den vier Figuren die Fröhlichste dar, aber auch die anderen sind an so mancher Stelle überaus erheiternd wenn sie die Haltungen und Dialekte ihrer jeweiligen Heimatorte, Berlin und London, ironisch dekonstruieren. Bitteres Cabaret, eine wirksame Verschmelzung von körperlichem Vermögen und schauspielerischer Präsenz...

Patrick Merle / La Provence

…Eine feine und kluge Collage von einem ambitionierten jungen Kollektiv… Ein Abend der Anmut…

Patrick Merle / La Provence

Hinter Nico and the Navigators steckt in erster Linie Nicola Hümpel, die wie ihr Name es nicht unbedingt ahnen lässt, eine Frau ist. Die deutsche Regisseurin studierte in Hamburg, Berlin und anschließend am berühmten Bauhaus in Dessau, bevor sie mit ihrem Lebensgefährten und Komplizen, dem Bühnenbildner Oliver Proske, ihre eigene Kompanie vor 10 Jahren gründete. Bislang nur im Norden Frankreichs präsent, konnte ihre Arbeit am Freitag Abend nun auch im Süden entdeckt werden, dank dem Festival De Marseille, das dieses jüngste Stück « Obwohl ich Dich kenne » koproduzierte. Auch wenn das Theatre Nono mit seiner zu lauten Bestuhlung keinen idealen Rahmen für dieses Gastspiel bot, konnte man eine puristische Theaterform entdecken, die doch voller Leben und Sinn steckt. Ein Abend der Anmut geprägt von der Präsenz der vier komischen Darsteller: dem lyrischen Martin Clausen, dem „so britishen“ Adrian Gillott, der exzentrischen Yui Kawaguchi und dem katzenhaften Schweizer Akrobaten Oliver Zgorelec. An ihrer Seite gaben die Violinistin Sabine Akiko Ahrendt und der Pianist Thomas Bloch Bonhoff den musikalischen Rhythmus dieser Variation über die Freundschaft, ihre Verbindungen und Zerbrechlichkeiten an. Ausgehend von Improvisationen sowie von Brieffragmenten zwischen Schiller und Goethe oder Wagner und Nietzsche, lieferte Nicola Hümpel auf meisterhafte Weise eine freundschaftliche Version der „Carte du Tendre“ (Landkarte der Liebe aus dem Roman Clélie von Mme Scudéry). Eine feine und kluge Collage von einem ambitionierten jungen Kollektiv, die wir baldmöglichst wiedersehen möchten.

Susann Oberacker / Hamburger Morgenpost

…Ein kleines, feines, sehr menschliches Stück…

Susann Oberacker / Hamburger Morgenpost

Stimmiges Musiktheater von "Nico And The Navigators" A mag B, aber B will nichts davon wissen. Vielleicht hätte A doch mit D weggehen sollen." Um die komplizierte Welt zwischenmenschlicher Beziehungen geht es in "Obwohl ich dich kenne" von "Nico And The Navigators". Auf Kampnagel wurde die Musiktheater-Performance der Berliner Gruppe uraufgeführt und vom Publikum begeistert aufgenommen. Vor zehn Jahren gründeten Regisseurin Nicola Hümpel und Bühnenbildner Oliver Proske das Ensemble aus Schauspielern, Tänzern, bildenden Künstlern und Musikern. Vor drei Jahren fragten sie in "Kain, Wenn & Aber", wie der Mensch Entscheidungen trifft. Auch diesmal steht der Mensch im Mittelpunkt - und zwar das Ich in der Wechselwirkung zum Du. Eine Frau und drei Männer kämpfen im variablen Kasten von Oliver Proske um Aufmerksamkeit. Da wird getanzt und geturnt, werden Reden geschwungen und Komplimente gemacht. Mit großem Körpereinsatz und hoher Konzentration geht das Quartett, Miyoko Urayama, Martin Clausen, Adrian Gillott und Oliver Zgorelec, in den Ring. Seht her, schreien ihre Figuren, nimm mich wahr! Die Musik von Sabine Akiko Ahrendt (Violine) und Thomas Bloch-Bonhoff (Keyboard) begleitet die vier auf ihren Egotrips - zärtlich umhüllend oder gewaltig angreifend, als Melodie oder als Klangkulisse. Die Texte stammen aus Briefwechseln zwischen den Freundespaaren Schiller und Goethe, Wagner und Nietzsche, Thomas Mann und Hermann Hesse. Ein kleines, feines, sehr menschliches Stück.

Klaus Witzeling / Hamburger Abendblatt

…In ihrer typisch visuellen Ausdrucks- und stimmungsvollen Klang-Sprache lassen Regisseurin und Raumgestalter Situationsbilder entstehen, die der Betrachter zu einem Kopfkino zusammensetzen kann, in dem es um freundschaftliche Verschwörungen und selbst gewählte Zwangsbeziehungen geht…

Klaus Witzeling / Hamburger Abendblatt

Premieren: Musiktheater mit Nico and the Navigators am 6. März und "Brickland" von Constanza Macras und ihrem Ensemble Dorky Park am 12. März auf Kampnagel Von Klaus Witzeling ...Leisere und zarte Töne schlagen dagegen Nico and the Navigators in ihrem Musiktheater "Obwohl ich dich kenne" an: Für Regisseurin Nicola Hümpel, Bühnenbildner Oliver Proske und Musikerin Frauke Ritter scheint immerhin noch Liebe und Freundschaft zwischen Menschen möglich zu sein. Die Gruppe kommt ebenfalls aus Berlin, Hümpel und Proske kennen sich aus Hamburg vom Studium an der HfbK. 1998 gründete Hümpel am Bauhaus Dessau Nico and the Navigators und experimentiert mit dem Künstler-Kollektiv an den Grenzen von bildender und darstellender Kunst. Vor zwei Jahren gastierten sie mit "Kain wenn und aber" auf Kampnagel, einer Installation mit Text und Musik, erarbeiten 2009 ein großes Musiktheater-Projekt für die Händel-Festspiele in Halle. Für die Uraufführung von "Obwohl ich dich kenne" entwerfen sie und Proske ein poetisches Bilder- und Musiktheater, in dem sich den Zuschauern Gedanken- und Assoziationsräume öffnen. Im Dialog der Schauspieler mit Violine und Klavier untersuchen sie die Spielregeln der Zweierbeziehung. In ihrer typisch visuellen Ausdrucks- und stimmungsvollen Klang-Sprache lassen Regisseurin und Raumgestalter Situationsbilder entstehen, die der Betrachter zu einem Kopfkino zusammensetzen kann, in dem es um freundschaftliche Verschwörungen und selbst gewählte Zwangsbeziehungen geht.

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