The Wasted Land

Musiktheater zum 100-jährigen Bestehen von T. S. Eliots „The Waste Land“

Als der amerikanische Autor Thomas Stearne Eliot (1888-1965) im Jahr 1922 sein Langgedicht „The Waste Land“ veröffentlichte, traf er damit den Nerv der Zeit: Vier Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und unter dem Eindruck der unmittelbar anschließenden, in die Geschichte eingegangenen Pandemie, der „Spanischen Grippe“, beschrieb der selbst von schweren psy- chischen Problemen geplagte Dichter in insgesamt 433 Zeilen und fünf Abschnitten die vereinsamte und sinnentleerte Existenz des modernen Menschen in einer tristen, ausgedörrten und kaputten Umgebung.

 

Zum 100-jährigen Jubiläum von „The Waste Land“ wollen Nico and the Navigators eine szenisch-musikalische Revision des Gedichtes erarbeiten, die nach der bleibenden Gültigkeit und der gestiegenen Aktualität des Textes fragt.

 

Äußerlich geht es dabei natürlich um die Ironie als Maske der Verzweiflung, die Eliot-Expertin Mary Karr mit dem Sarkasmus von David Letterman, mit den erotischen Vexierspielen von Cindy Sherman oder mit nichtlinearen Sprüngen in den Filmen von Quentin Tarantino vergleicht – eine Technik des Assoziativen, die den Navigators seit ihren Anfängen vertraut ist und die sie nun für die Fort- und Umschreibung von „Das wüste Land“ prädestiniert.

 

Inhaltlich aber geht es um Eskalationen, die der Autor nicht voraussehen konnte und die uns in wechselnden Varianten bis heute betreffen – um Kriege und Dürre-Katastrophen, um den Fort- schritt des Künstlers „als Prozess eines fortwährenden Selbstopfers mit dem Ziel der völligen Auslöschung der Persönlichkeit“ (Eliot, „Tradition and the Individual Talent“) sowie ganz aktuell um eine Pandemie, die jeden Einzelnen hinter eine Maske zwingt.

 

Der Titel The Wasted Land soll dabei auf den verschwenderischen Umgang des Homo sapiens mit seiner Erde und die daraus folgenden Konsequenzen anspielen.

Die Produktion wird sich zugleich mit den Biografien von T. S. Eliot und Ezra Pound auseinan- dersetzen, die wegen antisemitischer Äußerungen einerseits, wegen aktiver Begeisterung für die italienischen Faschisten andererseits zeitweise zur „Persona non grata“ wurden und bis heute kritisch diskutiert werden. So kann und soll das Stück auch nach der Rolle von Intellektuellen in politischen Debatten fragen, nach elitären Positionen als Ausgangspunkt für rechtsgerichtetes Denken.

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Eine Produktion von Nico and the Navigators, gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie aus Fördergeldern des „dive in. Programms für digitale Interaktionen“ von der Kulturstiftung des Bundes. In Kooperation mit dem Radialsystem.

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